Kurz erklärt: Das CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein von der OECD im Jahr 2022 entwickelter internationaler Standard für den automatischen steuerlichen Informationsaustausch über Transaktionen mit Kryptowerten. Es erweitert die Transparenzregeln des CRS auf den Kryptobereich.
Herkunft und Zweck
Das CARF wurde von der OECD im Auftrag der G20 entwickelt und im Oktober 2022 veröffentlicht. Hintergrund ist, dass Kryptowerte typischerweise ausserhalb des traditionellen Finanzsystems und ohne Einbindung klassischer Banken gehandelt werden und dadurch von bestehenden Meldestandards wie dem CRS nicht erfasst wurden.
Ziel ist es, Steuerhinterziehung mittels Kryptowerten zu bekämpfen und den nationalen Steuerbehörden einen automatischen, jährlichen Datenaustausch über grenzüberschreitende Kryptotransaktionen zu ermöglichen. Das Rahmenwerk schafft damit eine Transparenz, die dem etablierten Standard für Bankkonten entspricht.
Anwendungsbereich und Meldepflichtige
Meldepflichtig sind sogenannte Reporting Crypto-Asset Service Providers – Dienstleister, die Tauschgeschäfte mit Kryptowerten für oder im Namen von Kunden erbringen. Dazu zählen insbesondere:
- zentrale Kryptobörsen (Exchanges)
- Broker und Händler von Kryptowerten
- Anbieter von Krypto-Geldautomaten
Erfasst werden Kryptowerte, die dezentral mittels Distributed-Ledger-Technologie gehalten und übertragen werden können. Ausgenommen sind unter anderem Zentralbank-Digitalwährungen und bestimmte E-Geld-Produkte, die bereits unter das erweiterte CRS fallen. Zu meldende Transaktionen sind Tausch zwischen Kryptowerten und Fiatwährungen, Tausch zwischen verschiedenen Kryptowerten sowie bestimmte Übertragungen.
Umsetzung in der EU und Deutschland
Die Europäische Union hat das CARF mit der Richtlinie DAC8 (Richtlinie 2023/2226) in EU-Recht umgesetzt. DAC8 erweitert die Amtshilferichtlinie um Meldepflichten für Kryptowerte und ist eng an das OECD-Rahmenwerk angelehnt.
In Deutschland erfolgt die Umsetzung durch das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KryptoStTranspG). Die ersten Meldungen und der automatische Austausch sind ab dem Jahr 2026 (für das Meldejahr 2026, Austausch ab 2027) vorgesehen. Meldepflichtige Dienstleister müssen Kundendaten erheben, verifizieren und an die zuständigen Steuerbehörden übermitteln.
Abgrenzung und Bedeutung
Das CARF ist als Ergänzung zum CRS konzipiert: Während der CRS Finanzkonten bei Banken und Finanzinstituten erfasst, schliesst das CARF die Lücke im Kryptobereich. Beide Standards wurden von der OECD parallel überarbeitet, um Überschneidungen zu vermeiden. Für Anleger bedeutet CARF, dass Kryptotransaktionen zunehmend für die Finanzverwaltung transparent werden, was die Bedeutung korrekter Deklaration – etwa bei Airdrops oder Mining – erhöht.
Häufige Fragen
Was ist das Crypto-Asset Reporting Framework?
Das CARF ist ein 2022 von der OECD veröffentlichter internationaler Standard für den automatischen steuerlichen Informationsaustausch über Kryptowerte. Es soll Steuerhinterziehung mit Kryptowerten bekämpfen und schliesst eine Lücke des CRS.
Wer muss nach CARF melden?
Meldepflichtig sind Krypto-Dienstleister, die Tauschgeschäfte für Kunden erbringen, insbesondere zentrale Börsen, Broker und Anbieter von Krypto-Geldautomaten. Sie erheben und übermitteln Kundendaten an die Steuerbehörden.
Wie wird CARF in der EU umgesetzt?
Die EU hat CARF mit der Richtlinie DAC8 (2023/2226) umgesetzt, die die Amtshilferichtlinie um Meldepflichten für Kryptowerte erweitert. In Deutschland erfolgt die Umsetzung durch das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz.
Ab wann gilt CARF?
Der automatische Informationsaustausch nach CARF ist in der EU und Deutschland ab dem Meldejahr 2026 vorgesehen, mit dem ersten Austausch ab 2027.
Wie unterscheidet sich CARF vom CRS?
Der CRS erfasst klassische Finanzkonten bei Banken, während das CARF speziell Transaktionen mit Kryptowerten abdeckt. Beide OECD-Standards ergänzen sich und wurden aufeinander abgestimmt.
Zusammenfassung
Das CARF ist ein 2022 von der OECD entwickelter Standard für den automatischen steuerlichen Informationsaustausch über Kryptowerte. Es verpflichtet Krypto-Dienstleister wie Börsen zur Meldung von Kundendaten und Transaktionen und wird in der EU durch die Richtlinie DAC8, in Deutschland durch das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz ab 2026 umgesetzt.
Weiterführende Quellen
- OECD - Crypto-Asset Reporting Framework and Amendments to the CRS (oecd.org): www.oecd.org
- Richtlinie (EU) 2023/2226 (DAC8) (eur-lex.europa.eu): eur-lex.europa.eu