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Recht & Regulierung

Kurz erklärt: Der CRS (Common Reporting Standard) ist ein von der OECD im Jahr 2014 entwickelter globaler Standard für den automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten zwischen Steuerbehörden. Er bildet die Grundlage, auf der das kryptospezifische CARF aufbaut.

Herkunft und Zielsetzung

Der Common Reporting Standard wurde 2014 von der OECD im Auftrag der G20 als Reaktion auf grenzüberschreitende Steuerhinterziehung entwickelt. Vorbild war der US-amerikanische FATCA (Foreign Account Tax Compliance Act). Ziel des CRS ist es, dass Steuerbehörden automatisch und jährlich Informationen über Finanzkonten austauschen, die von im Ausland steuerpflichtigen Personen gehalten werden.

Der Standard wird durch die multilaterale Vereinbarung zuständiger Behörden (MCAA) umgesetzt. Über 100 Staaten und Gebiete nehmen am automatischen Informationsaustausch teil, wodurch ein weltweites Netz an Transparenz entstanden ist.

Funktionsweise und meldepflichtige Daten

Meldepflichtig sind Finanzinstitute wie Banken, Verwahrstellen, bestimmte Investmentgesellschaften und Versicherungen. Sie identifizieren die steuerliche Ansässigkeit ihrer Kunden und übermitteln die Daten an die nationale Steuerbehörde, die sie an die Wohnsitzstaaten weiterleitet. Gemeldet werden unter anderem:

  • Name, Anschrift, Steuer-Identifikationsnummer und Geburtsdatum des Kontoinhabers
  • Kontonummer und Name des meldenden Instituts
  • Kontosaldo zum Jahresende
  • Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Veräußerungserlöse

Der Austausch erfolgt in einem standardisierten elektronischen Format, um eine effiziente Verarbeitung zwischen den Staaten zu ermöglichen.

Umsetzung in Deutschland

Deutschland hat den CRS mit dem Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG) von 2015 in nationales Recht umgesetzt. Innerhalb der EU wurde der Standard zudem durch die Richtlinie DAC2 (Richtlinie 2014/107/EU) verbindlich gemacht. Der erste automatische Datenaustausch fand 2017 für das Meldejahr 2016 statt.

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) ist in Deutschland die zuständige Behörde für die Entgegennahme und Weiterleitung der Daten.

Bedeutung für Kryptowerte

Der ursprüngliche CRS erfasste Kryptowerte nicht, da diese häufig ausserhalb klassischer Finanzinstitute gehalten werden. Um diese Lücke zu schliessen, entwickelte die OECD 2022 das ergänzende CARF und überarbeitete zugleich den CRS, um bestimmte digitale Produkte wie E-Geld und Zentralbank-Digitalwährungen einzubeziehen. In der EU wurden diese Neuerungen mit der Richtlinie DAC8 umgesetzt. CRS und CARF bilden damit gemeinsam das Fundament der internationalen Steuertransparenz für klassische und digitale Vermögenswerte.

Häufige Fragen

Was ist der Common Reporting Standard?

Der CRS ist ein 2014 von der OECD entwickelter globaler Standard für den automatischen jährlichen Austausch von Finanzkontendaten zwischen Steuerbehörden. Er dient der Bekämpfung grenzüberschreitender Steuerhinterziehung.

Welche Daten werden nach CRS gemeldet?

Gemeldet werden unter anderem Name, Anschrift, Steuer-Identifikationsnummer, Kontonummer, Kontosaldo zum Jahresende sowie Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Veräußerungserlöse des Kontoinhabers.

Wie wurde CRS in Deutschland umgesetzt?

Deutschland hat den CRS mit dem Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz von 2015 umgesetzt, innerhalb der EU durch die Richtlinie DAC2. Zuständig ist das Bundeszentralamt für Steuern; der erste Austausch fand 2017 statt.

Erfasst der CRS auch Kryptowerte?

Der ursprüngliche CRS erfasste Kryptowerte nicht. Diese Lücke wird durch das ergänzende CARF geschlossen, während der CRS um bestimmte digitale Produkte wie E-Geld erweitert wurde.

Wie viele Staaten nehmen am CRS teil?

Über 100 Staaten und Gebiete beteiligen sich am automatischen Informationsaustausch nach dem CRS, umgesetzt über die multilaterale Vereinbarung zuständiger Behörden (MCAA).

Zusammenfassung

Der CRS ist ein 2014 von der OECD geschaffener globaler Standard für den automatischen Austausch von Finanzkontendaten zwischen Steuerbehörden. Über 100 Staaten nehmen teil; in Deutschland gilt das Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz. Für Kryptowerte wurde der CRS durch das ergänzende CARF-Rahmenwerk erweitert.

Weiterführende Quellen

  • Common Reporting Standard - Wikipedia (de.wikipedia.org): de.wikipedia.org
  • OECD - Standard for Automatic Exchange of Financial Account Information (oecd.org): www.oecd.org
  • Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz (FKAustG) (gesetze-im-internet.de): www.gesetze-im-internet.de

Fachlich verantwortet von David Lüdtke, Finanz Forensik GmbH. Stand: 2026-08-11. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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