Kurz erklärt: Das Kryptoverwahrgeschäft ist die Verwahrung, Verwaltung und Sicherung von Kryptowerten oder privaten kryptografischen Schlüsseln für andere. In Deutschland ist es seit 2020 eine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung, die unter Aufsicht der BaFin steht.
Herkunft und rechtliche Grundlage
Der Begriff wurde zum 1. Januar 2020 im Zuge der Umsetzung der 5. EU-Geldwäscherichtlinie in das deutsche Kreditwesengesetz (KWG) eingeführt. Er ist dort als eigenständige Finanzdienstleistung in Paragraf 1 Absatz 1a definiert.
- Zuständige Aufsichtsbehörde: die BaFin.
- Anbieter benötigen eine gesonderte Erlaubnis nach dem KWG.
- Betroffen sind sowohl Wallet-Anbieter als auch Verwahrer, die Schlüssel für Kunden halten.
Umfang der Tätigkeit
Das Gesetz unterscheidet drei Tätigkeitsformen, die einzeln oder gemeinsam ausgeübt werden können.
- Verwahrung: Aufbewahrung von Kryptowerten für Dritte.
- Verwaltung: laufende Wahrnehmung von Rechten aus dem Kryptowert.
- Sicherung: Aufbewahrung privater Schlüssel, die den Zugriff auf Kryptowerte ermöglichen.
Bereits das Halten der privaten Schlüssel für einen Kunden erfüllt in der Regel den Tatbestand, unabhängig davon, ob die Kryptowerte selbst technisch beim Anbieter liegen.
Aufsicht und Geldwäscheprävention
Verwahrer sind Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz (GwG) und müssen Kunden identifizieren (KYC), Transaktionen überwachen und bei Auffälligkeiten Verdachtsmeldungen an die FIU abgeben. Mit der EU-Verordnung MiCA wird die Verwahrung von Kryptowerten europaweit unter dem Begriff der Kryptoverwahrung weiter harmonisiert.
Häufige Fragen
Was ist ein Kryptoverwahrgeschäft?
Es umfasst die Verwahrung, Verwaltung und Sicherung von Kryptowerten oder privaten Schlüsseln für andere und gilt in Deutschland als erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung.
Wer benötigt eine Erlaubnis?
Jeder, der gewerbsmäßig Kryptowerte oder private Schlüssel für Dritte verwahrt, benötigt seit 2020 eine gesonderte Erlaubnis der BaFin nach dem Kreditwesengesetz.
Reicht schon das Halten privater Schlüssel aus?
Ja. Bereits die Sicherung privater kryptografischer Schlüssel für einen Kunden kann den Tatbestand des Kryptoverwahrgeschäfts erfüllen, auch ohne dass der Anbieter die Kryptowerte selbst hält.
Welche Pflichten haben Kryptoverwahrer bei der Geldwäscheprävention?
Sie müssen Kunden identifizieren, Transaktionen überwachen und bei verdächtigen Vorgängen Verdachtsmeldungen an die FIU abgeben, da sie Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz sind.
Gilt die Regelung nur in Deutschland?
Der Begriff stammt aus dem deutschen KWG. Auf EU-Ebene wird die Verwahrung von Kryptowerten durch die MiCA-Verordnung einheitlich geregelt.
Zusammenfassung
Das Kryptoverwahrgeschäft bezeichnet die Verwahrung, Verwaltung und Sicherung von Kryptowerten oder privaten Schlüsseln für Dritte und ist in Deutschland seit 2020 eine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung unter Aufsicht der BaFin. Anbieter unterliegen dem Geldwäschegesetz und müssen KYC-Pflichten sowie Meldepflichten erfüllen. Auf EU-Ebene wird der Bereich durch die MiCA-Verordnung harmonisiert.
Weiterführende Quellen
- BaFin: Kryptoverwahrgeschäft: www.bafin.de
- Kreditwesengesetz (KWG), Paragraf 1: www.gesetze-im-internet.de