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Technische Grundlagen

Kurz erklärt: PayJoin (auch Pay-to-Endpoint, P2EP) ist eine Bitcoin-Transaktionstechnik, bei der nicht nur der Zahler, sondern auch der Empfänger eigene Eingänge (Inputs) zu einer Zahlung beisteuert. Dadurch werden gängige Annahmen der Blockchain-Analyse erschwert.

Herkunft und Zweck

PayJoin wurde ab 2018/2019 im Bitcoin-Umfeld diskutiert und unter der Bezeichnung Pay-to-Endpoint (P2EP) sowie später im Standard BIP 78 (2020) formalisiert. Ziel ist es, die Nachverfolgbarkeit von Zahlungen zu verringern.

Die Blockchain-Analyse stützt sich häufig auf die sogenannte Common-Input-Ownership-Heuristik, die annimmt, dass alle Eingänge einer Transaktion demselben Eigentümer gehören. PayJoin bricht diese Annahme gezielt, weil hier zwei verschiedene Parteien Inputs beitragen.

Funktionsweise

Bei einer gewöhnlichen Zahlung stammen alle Inputs vom Zahler. Bei PayJoin läuft der Ablauf kooperativ:

  • Der Zahler erstellt eine Transaktion an den Empfänger.
  • Der Empfänger fügt einen eigenen Input hinzu und erhöht seinen Ausgabebetrag entsprechend.
  • Beide signieren die kombinierte Transaktion, die anschliessend veröffentlicht wird.

Für aussenstehende Beobachter sieht das Ergebnis wie eine gewöhnliche Transaktion aus. Der Betrag, den der Empfänger tatsächlich erhalten hat, lässt sich jedoch nicht mehr eindeutig ablesen, da einer der Inputs ihm selbst gehört.

Einordnung und Grenzen

PayJoin unterscheidet sich von Verfahren wie CoinJoin, bei denen viele Teilnehmer gleichartige Beträge bündeln. PayJoin benötigt lediglich zwei kooperierende Parteien und erzeugt eine unauffällige Transaktion, erfordert aber ein interaktives Zusammenspiel zwischen Zahler und Empfänger sowie technische Unterstützung in der Wallet-Software.

Der Datenschutznutzen entfaltet sich vor allem im Zusammenspiel: Je mehr Transaktionen potenziell PayJoins sein könnten, desto unzuverlässiger werden pauschale Analyse-Annahmen. PayJoin verändert nicht die grundsätzliche Transparenz der Bitcoin-Blockchain, sondern erschwert lediglich bestimmte Rückschluesse. Im Zusammenhang mit Zahlungsverkehr unterliegen Dienstleister je nach Rechtsraum weiterhin geltenden Melde- und Sorgfaltspflichten.

Häufige Fragen

Was bedeutet PayJoin?

PayJoin bezeichnet eine Bitcoin-Zahlung, bei der auch der Empfänger einen eigenen Input beisteuert, sodass die Transaktion kooperativ gebildet wird.

Wie unterscheidet sich PayJoin von CoinJoin?

CoinJoin bündelt meist viele Teilnehmer mit gleichartigen Beträgen, während PayJoin nur zwei Parteien benötigt und eine unauffällige, alltäglich wirkende Transaktion erzeugt.

Verbirgt PayJoin den Zahlungsbetrag?

PayJoin macht den tatsächlich übertragenen Betrag für Aussenstehende mehrdeutig, hebt die grundsätzliche Transparenz der Blockchain aber nicht auf.

Welche Heuristik unterläuft PayJoin?

Es unterläuft die Common-Input-Ownership-Heuristik, die annimmt, dass alle Eingänge einer Transaktion demselben Eigentümer gehören.

Was ist BIP 78?

BIP 78 ist der Bitcoin-Standard aus dem Jahr 2020, der einen einheitlichen Ablauf für PayJoin-Transaktionen zwischen Wallet und Empfänger beschreibt.

Zusammenfassung

PayJoin ist eine kooperative Bitcoin-Transaktionstechnik, bei der auch der Empfänger Inputs beisteuert und so die Common-Input-Ownership-Heuristik der Blockchain-Analyse unterläuft. Formalisiert im Standard BIP 78, erzeugt das Verfahren unauffällige Transaktionen mit verbessertem Datenschutz, ohne die grundsätzliche Transparenz der Blockchain aufzuheben.

Weiterführende Quellen

Fachlich verantwortet von David Lüdtke, Finanz Forensik GmbH. Stand: 2026-08-11. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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