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Technische Grundlagen

Kurz erklärt: NFT-Royalties (Weiterverkaufsvergütungen) sind ein Mechanismus, bei dem der ursprüngliche Urheber eines NFT bei jedem späteren Weiterverkauf einen zuvor festgelegten prozentualen Anteil des Verkaufspreises erhalten soll.

Konzept und Herkunft

Das Konzept verbreitete sich mit dem Wachstum der NFT-Märkte ab 2021 und wurde als digitale Entsprechung zu Folgerechten im Kunsthandel beworben. Anders als beim klassischen Kunstverkauf, bei dem Urheber am Wertzuwachs auf dem Sekundärmarkt oft nicht beteiligt sind, versprechen NFT-Royalties eine fortlaufende Beteiligung. Der prozentuale Satz wird meist bei der Erstellung (Minting) festgelegt und liegt häufig im Bereich weniger Prozent bis etwa zehn Prozent des Verkaufspreises.

Technische Umsetzung

Die technische Realisierung von Royalties ist uneinheitlich und ein zentraler Streitpunkt der Branche:

  • Metadaten und Standards: Ein NFT kann eine Royalty-Angabe enthalten (etwa über Standards wie EIP-2981), die einen Empfänger und einen Satz definiert.
  • Keine automatische Durchsetzung: Die eigentliche Zahlung wird in vielen Fällen nicht von der Blockchain selbst erzwungen, sondern von den NFT-Marktplätzen beim Verkauf freiwillig eingezogen und weitergeleitet.
  • Abhängigkeit von der Plattform: Da die Durchsetzung bei den Handelsplattformen liegt, können diese Royalties reduzieren oder optional machen.

Diskussion und Marktentwicklung

Ab 2022 setzten mehrere Marktplätze Royalties aus oder machten sie optional, um im Preiswettbewerb niedrigere Handelskosten anzubieten. Dies löste eine breite Debatte aus, da viele Urheber ihre Einnahmen an diese Vergütungen geknüpft hatten. Als Reaktion entwickelten einige Anbieter technische Werkzeuge, um Royalties auf Protokollebene stärker durchzusetzen oder Marktplätze auszuschliessen, die sie nicht respektieren. Die Frage, ob und wie Weiterverkaufsvergütungen dauerhaft durchsetzbar sind, gilt weiterhin als ungelöst und hängt stark von der jeweiligen Plattform und dem technischen Standard ab.

Häufige Fragen

Was sind NFT-Royalties?

Prozentuale Vergütungen, die der ursprüngliche Urheber bei jedem Weiterverkauf seines NFT auf dem Sekundärmarkt erhalten soll.

Wie hoch sind NFT-Royalties üblicherweise?

Der Satz wird beim Prägen festgelegt und liegt häufig zwischen wenigen Prozent und etwa zehn Prozent des Verkaufspreises.

Werden Royalties automatisch durch die Blockchain durchgesetzt?

Meist nicht; die Zahlung wird in der Regel von den Marktplätzen beim Verkauf eingezogen, nicht von der Blockchain erzwungen.

Warum sind NFT-Royalties umstritten?

Weil mehrere Marktplätze sie ab 2022 optional machten oder aussetzten, wodurch Einnahmen vieler Urheber wegfielen.

Welcher Standard regelt Royalties technisch?

Ein verbreiteter Standard ist EIP-2981, der Empfänger und Satz definiert, die Durchsetzung aber nicht erzwingt.

Zusammenfassung

NFT-Royalties sind Weiterverkaufsvergütungen, die Urhebern bei jedem Sekundärverkauf ihres NFT einen prozentualen Anteil sichern sollen. Ihre technische Umsetzung erfolgt oft über Metadaten-Standards wie EIP-2981, doch die Durchsetzung liegt meist bei den Marktplätzen und ist nicht durch die Blockchain erzwungen. Seit 2022 ist ihre Verbindlichkeit stark umstritten.

Weiterführende Quellen

Fachlich verantwortet von David Lüdtke, Finanz Forensik GmbH. Stand: 2026-08-11. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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