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Technische Grundlagen

Kurz erklärt: Eine Sandwich-Attacke ist eine Form der MEV-Extraktion, bei der ein Akteur eine erkannte fremde Handelsorder auf einer dezentralen Börse durch je eine eigene Transaktion unmittelbar davor und danach einrahmt, um von der ausgelösten Preisbewegung zu profitieren.

Funktionsprinzip

Die Sandwich-Attacke nutzt aus, dass Handelsaufträge auf dezentralen Börsen (DEX) vor ihrer Ausführung öffentlich im Mempool sichtbar sind und dass Preise dort über automatische Marktmacher (AMM) von der Handelsgröße abhängen.

Erkennt ein Akteur eine große ausstehende Kauforder, platziert er drei Transaktionen in einer bestimmten Reihenfolge:

  • Front-Run: Ein eigener Kauf desselben Tokens vor der Opferorder treibt den Preis nach oben.
  • Opfertransaktion: Die ursprüngliche Order wird nun zum verschlechterten Preis ausgeführt.
  • Back-Run: Ein sofortiger Verkauf zum nun höheren Preis realisiert den Gewinn.

Die Differenz tragen die Opfer in Form von zusätzlicher Slippage.

Technische Voraussetzungen

Sandwich-Attacken sind besonders auf AMM-basierten Börsen wie Uniswap verbreitet, deren Preisbildung der Formel des konstanten Produkts folgt. Voraussetzung ist die Fähigkeit, die Reihenfolge der Transaktionen zu beeinflussen, etwa durch hohe Gas-Gebühren im öffentlichen Mempool oder durch privilegierten Zugang über Block-Builder.

Die Rentabilität hängt von der Größe der Opferorder, ihrer eingestellten Slippage-Toleranz und der Liquidität des Handelspaares ab. Bei sehr geringer Toleranz scheitert die Opfertransaktion, statt zu schlechterem Kurs ausgeführt zu werden.

Einordnung und Gegenmassnahmen

Sandwich-Attacken gelten als eine der für Endnutzer nachteiligsten Ausprägungen von MEV, da sie den effektiven Ausführungspreis verschlechtern. Als Schutzmassnahmen kommen in Betracht:

  • Niedrige, individuell gesetzte Slippage-Toleranz.
  • Nutzung privater Transaktionskanäle, die den öffentlichen Mempool umgehen.
  • Handel über Aggregatoren oder Börsen mit Batch-Auktionen und einheitlichem Clearing-Preis.
  • Aufteilen großer Orders in kleinere Teilbeträge, etwa mittels TWAP-Strategien.

Die Praxis ist eng mit Front-Running verwandt, geht jedoch durch den nachgelagerten Verkauf darüber hinaus.

Häufige Fragen

Was macht eine Sandwich-Attacke aus?

Sie besteht aus zwei eigenen Transaktionen, die eine fremde Order einrahmen: ein Kauf davor treibt den Preis, ein Verkauf danach realisiert den Gewinn aus der so erzeugten Preisbewegung.

Auf welchen Börsen treten Sandwich-Attacken auf?

Vor allem auf AMM-basierten dezentralen Börsen wie Uniswap, deren Preise von der Handelsgröße abhängen und deren Orders vorab im Mempool sichtbar sind.

Wie kann man sich schützen?

Durch niedrige Slippage-Toleranz, Nutzung privater Transaktions-Relays, Handel über Batch-Auktions-Plattformen und das Aufteilen großer Orders in kleinere Teile.

Worin unterscheidet sich eine Sandwich-Attacke von Front-Running?

Front-Running platziert nur eine eigene Transaktion vor der fremden Order. Die Sandwich-Attacke ergänzt eine zweite, nachgelagerte Verkaufstransaktion, um die erzeugte Preisbewegung zu monetarisieren.

Ist die Slippage-Toleranz relevant?

Ja. Eine hoch eingestellte Toleranz vergrößert den möglichen Gewinn des Angreifers, eine niedrige Toleranz lässt die Opfertransaktion im Zweifel scheitern statt zu schlechtem Kurs ausgeführt zu werden.

Zusammenfassung

Die Sandwich-Attacke ist eine MEV-Strategie, die eine fremde DEX-Order durch einen Kauf davor und einen Verkauf danach einrahmt und die dabei erzeugte Preisverschiebung als Slippage auf das Opfer abwaelzt. Sie tritt vor allem auf AMM-Börsen auf und lässt sich durch niedrige Slippage und private Transaktionskanäle eindaemmen.

Weiterführende Quellen

Fachlich verantwortet von David Lüdtke, Finanz Forensik GmbH. Stand: 2026-08-11. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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