Kurz erklärt: Ein Wrapped Token (deutsch "verpackter Token") ist ein Token, der den Wert eines anderen Kryptowerts auf einer fremden Blockchain abbildet. Er ist in der Regel im Verhältnis 1:1 durch den hinterlegten Originalwert gedeckt und ermöglicht die Nutzung nicht nativer Vermögenswerte in einem anderen Netzwerk.
Funktionsprinzip
Blockchains sind technisch voneinander getrennt. Ein Bitcoin kann nicht direkt in einem Smart Contract auf Ethereum verwendet werden. Um dies zu ermöglichen, wird der Originalwert bei einer verwahrenden Stelle oder in einem Vertrag hinterlegt (gesperrt) und in gleicher Höhe ein Wrapped Token auf der Zielkette ausgegeben (geminted).
Der Ablauf im Überblick:
- Wrapping: Der Originalwert wird gesperrt, ein entsprechender Wrapped Token wird erzeugt.
- Nutzung: Der Wrapped Token zirkuliert im Zielnetzwerk und kann dort gehandelt oder in DeFi eingesetzt werden.
- Unwrapping: Beim Zurücktauschen wird der Wrapped Token vernichtet (geburnt) und der Originalwert freigegeben.
Bekannte Beispiele
Zu den verbreitetsten Wrapped Token zählen:
- Wrapped Bitcoin (WBTC): ein ERC-20-Abbild von Bitcoin auf Ethereum, seit 2019.
- Wrapped Ether (WETH): eine tokenisierte Version von Ether, die dem ERC-20-Standard entspricht, da natives Ether diesem Standard technisch nicht folgt.
- Wrapped-Varianten auf anderen Netzwerken wie Solana oder in Cross-Chain-Bridges.
Vertragsguthaben und Transaktionen lassen sich über Explorer wie Etherscan nachvollziehen.
Verwahrung und Vertrauensmodelle
Wrapped Token unterscheiden sich darin, wer den hinterlegten Originalwert verwahrt:
- Zentral verwahrt (custodial): Ein Verwahrer hält die Reserven, etwa bei WBTC. Nutzer müssen dem Verwahrer und regelmäßigen Reservenachweisen vertrauen.
- Dezentral (non-custodial): Ein Smart Contract oder eine Bridge verwaltet die Sperrung ohne zentrale Instanz.
In beiden Fällen hängt der Wert davon ab, dass die Deckung tatsächlich vorhanden und einlösbar ist.
Risiken
Wrapped Token bringen zusätzliche Risiken gegenüber dem nativen Wert mit: das Verwahrer- bzw. Gegenparteirisiko bei zentraler Verwahrung sowie das Risiko von Sicherheitslücken in Bridges und Smart Contracts. Cross-Chain-Bridges waren wiederholt Ziel großer Angriffe. Verliert die Deckung ihre Einlösbarkeit, kann der Wrapped Token von seinem Zielwert abweichen. Ähnlich wie bei Stablecoins ist die Stabilität daher an die Qualität der Reserve gebunden.
Häufige Fragen
Was ist ein Wrapped Token einfach erklärt?
Ein Token, der einen Kryptowert einer anderen Blockchain nachbildet und 1:1 durch den hinterlegten Originalwert gedeckt ist, um ihn auf einem fremden Netzwerk nutzbar zu machen.
Was ist der Unterschied zwischen WBTC und Bitcoin?
WBTC ist ein Ethereum-Token, der einen echten Bitcoin repräsentiert. Der Bitcoin selbst bleibt verwahrt, WBTC dient als handelbares Abbild auf Ethereum.
Warum gibt es Wrapped Ether (WETH)?
Natives Ether folgt nicht dem ERC-20-Standard. WETH ist eine ERC-20-konforme Version, die in Smart Contracts und DeFi-Anwendungen einheitlich verwendet werden kann.
Sind Wrapped Token sicher?
Sie tragen zusätzliche Risiken: Vertrauen in den Verwahrer bei zentraler Deckung sowie mögliche Sicherheitslücken in Bridges und Smart Contracts.
Wie wird ein Wrapped Token wieder eingelöst?
Beim Unwrapping wird der Wrapped Token vernichtet und der hinterlegte Originalwert freigegeben, sodass das 1:1-Verhältnis erhalten bleibt.
Zusammenfassung
Ein Wrapped Token bildet den Wert eines Kryptowerts auf einer fremden Blockchain ab und ist in der Regel 1:1 durch den hinterlegten Originalwert gedeckt. Bekannte Beispiele sind Wrapped Bitcoin (WBTC) und Wrapped Ether (WETH). Wrapped Token ermöglichen netzwerkübergreifende Nutzung, bergen aber Verwahrer- und Bridge-Risiken.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: Wrapped cryptocurrency / Bitcoin: en.wikipedia.org
- WBTC: Offizielle Dokumentation: wbtc.network