Kurz erklärt: EOS ist eine 2018 gestartete Blockchain-Plattform für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen. Die zugrunde liegende Software EOSIO wurde von dem Unternehmen Block.one entwickelt; der native Token heisst EOS.
Herkunft und ICO
Die EOSIO-Software wurde von Block.one unter massgeblicher Beteiligung von Daniel Larimer (zuvor an Bitshares und Steem beteiligt) und Brendan Blumer entwickelt. Zur Finanzierung führte Block.one von Mitte 2017 bis Mitte 2018 ein rund einjähriges Initial Coin Offering (ICO) durch, das mit einem Volumen von etwa vier Milliarden US-Dollar zu den größten der Geschichte zählt. Das EOS-Hauptnetz startete im Juni 2018. Block.one erzielte später einen Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC im Zusammenhang mit dem nicht registrierten Token-Verkauf.
Technisches Konzept
EOS wurde mit dem Ziel entworfen, hohe Transaktionsdurchsätze und gebührenfreie Nutzung für Endanwender zu ermöglichen. Statt pro Transaktion eine Gebühr zu erheben, basiert das Ressourcenmodell auf dem Halten von EOS-Token, die Zugriff auf Rechenleistung, Bandbreite und Speicher gewähren.
- Delegated Proof of Stake (DPoS): Token-Inhaber wählen eine begrenzte Zahl von Block Producern, die abwechselnd Blöcke erzeugen.
- Block Producer: übernehmen die Funktion der validierenden Nodes.
- Smart Contracts werden in der Regel in C++ geschrieben und zu WebAssembly kompiliert.
Das Verfahren kommt ohne energieintensives Mining aus.
Governance und Weiterentwicklung
Die Governance von EOS beruht auf dem Wahlmechanismus des DPoS, über den Token-Inhaber Einfluss auf die Block Producer nehmen. Im Laufe der Zeit kam es zu Spannungen zwischen der Community und Block.one, insbesondere hinsichtlich Fördermitteln und Weiterentwicklung. 2021 wurde die EOS Network Foundation gegründet, die die Steuerung des Netzwerks stärker in die Hände der Community legte und die Entwicklung unabhängiger von Block.one fortführte.
Einordnung
EOS gehört zu den frühen Smart-Contract-Plattformen, die als Alternative zu Ethereum mit höherem Durchsatz angetreten sind, ähnlich wie später Solana oder Tezos. Der EOS-Token wird an zahlreichen Krypto-Börsen gehandelt und lässt sich in kompatiblen Wallets verwahren. Wie bei anderen Kryptowerten unterliegt der Kurs erheblichen Schwankungen.
Häufige Fragen
Wer hat EOS entwickelt?
Die EOSIO-Software wurde von Block.one unter Beteiligung von Daniel Larimer und Brendan Blumer entwickelt. Das Mainnet startete im Juni 2018.
Was ist Delegated Proof of Stake?
Bei DPoS wählen Token-Inhaber eine begrenzte Zahl von Block Producern, die abwechselnd neue Blöcke erzeugen und validieren.
Warum war das EOS-ICO bekannt?
Das rund einjährige ICO sammelte etwa vier Milliarden US-Dollar ein und zählt zu den größten der Kryptogeschichte.
Was ist die EOS Network Foundation?
Eine 2021 gegründete Organisation, die die Steuerung und Weiterentwicklung von EOS stärker in die Community verlagerte, unabhängiger von Block.one.
Zahlen EOS-Nutzer Transaktionsgebühren?
Das Ressourcenmodell basiert auf dem Halten von EOS-Token, die Zugriff auf Rechenleistung und Bandbreite gewähren, statt Gebühren pro Transaktion zu erheben.
Zusammenfassung
EOS ist eine 2018 gestartete Smart-Contract-Plattform, deren Software EOSIO von Block.one entwickelt wurde. Sie nutzt Delegated Proof of Stake mit gewählten Block Producern und wurde durch eines der größten ICOs der Geschichte finanziert. Seit 2021 verlagert die EOS Network Foundation die Steuerung stärker in die Community.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: EOS.IO: en.wikipedia.org
- EOS Network Foundation (offizielle Website): eosnetwork.com