Kurz erklärt: Delegated Proof of Stake (DPoS) ist eine Variante des Proof-of-Stake-Konsenses, bei der die Inhaber der netzwerkeigenen Coins per Abstimmung eine begrenzte Zahl von Delegierten wählen, die stellvertretend Blöcke erzeugen und das Netzwerk sichern.
Herkunft und Grundidee
Delegated Proof of Stake wurde 2014 von Daniel Larimer entwickelt und erstmals in der Blockchain BitShares eingesetzt. Später kam das Verfahren unter anderem bei Steem, EOS und in abgewandelter Form bei TRON zum Einsatz.
Die Grundidee ist eine repräsentative Demokratie: Statt dass alle Token-Inhaber selbst Blöcke produzieren, delegieren sie ihre Stimmkraft an eine kleine Gruppe gewählter Produzenten. Ziel ist ein hoher Transaktionsdurchsatz bei geringem Energieverbrauch.
Funktionsweise
Der Ablauf gliedert sich typischerweise in folgende Schritte:
- Wahl: Token-Inhaber stimmen mit ihrem Guthaben über Kandidaten ab. Das Stimmgewicht richtet sich nach der gehaltenen Menge.
- Delegierte: Eine feste Anzahl der bestgewählten Kandidaten (bei EOS etwa 21, bei anderen Netzwerken 21 bis 101) erhält das Recht, Blöcke zu produzieren.
- Rotation: Die gewählten Produzenten erzeugen abwechselnd in festgelegten Zeitfenstern neue Blöcke.
- Abwahl: Verhält sich ein Delegierter schlecht oder fällt aus, können ihn die Wähler jederzeit durch Umschichten ihrer Stimmen ersetzen.
Belohnungen werden häufig zwischen Delegierten und ihren Wählern geteilt, was einen Anreiz zur Teilnahme schafft.
Vor- und Nachteile
Als Vorteile gelten:
- Hohe Transaktionsgeschwindigkeit durch wenige, koordinierte Blockproduzenten.
- Geringer Energieverbrauch im Vergleich zu Proof of Work.
- Einfache Teilnahme, da Wähler keine eigene Infrastruktur betreiben müssen.
Kritisiert wird vor allem die Zentralisierung: Weil nur wenige Delegierte den Konsens tragen, kann sich Macht bei kapitalstarken Akteuren oder Zusammenschlüssen bündeln. Zudem besteht die Gefahr geringer Wahlbeteiligung und der Bildung von Kartellen. DPoS gilt daher als leistungsstark, aber weniger dezentral als klassisches Proof of Stake.
Abgrenzung zu klassischem Proof of Stake
Im klassischen Proof of Stake kann grundsätzlich jeder mit ausreichendem Einsatz selbst Validator werden, sodass die Zahl der Teilnehmer offen ist. Bei DPoS ist diese Zahl bewusst begrenzt und wird durch Wahl bestimmt. Dies tauscht ein Stück Dezentralität gegen höhere Geschwindigkeit und klarere Verantwortlichkeiten ein.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Abkürzung DPoS?
DPoS steht für Delegated Proof of Stake, auf Deutsch etwa „delegierter Anteilsnachweis“. Token-Inhaber wählen dabei Delegierte, die stellvertretend Blöcke produzieren.
Wer hat Delegated Proof of Stake erfunden?
Das Verfahren wurde 2014 von Daniel Larimer entwickelt und zuerst in der Blockchain BitShares eingesetzt. Später nutzten es unter anderem EOS, Steem und TRON.
Wie viele Delegierte gibt es bei DPoS?
Die Zahl ist je nach Netzwerk festgelegt. EOS arbeitet beispielsweise mit 21 Blockproduzenten, andere Netzwerke nutzen 21 bis über 100 gewählte Delegierte.
Ist DPoS dezentraler als Proof of Work?
DPoS verbraucht deutlich weniger Energie, gilt aber wegen der kleinen Zahl gewählter Produzenten oft als weniger dezentral. Die Konsensmacht konzentriert sich auf wenige Akteure.
Muss man technisches Wissen haben, um bei DPoS mitzumachen?
Als Wähler nicht. Man stimmt lediglich mit seinem Guthaben über Delegierte ab. Technische Infrastruktur betreiben nur die gewählten Blockproduzenten.
Zusammenfassung
Delegated Proof of Stake (DPoS) ist ein 2014 von Daniel Larimer eingeführtes Konsensverfahren, bei dem Token-Inhaber eine begrenzte Zahl von Delegierten wählen, die Blöcke produzieren. Es ermöglicht hohe Geschwindigkeit und niedrigen Energieverbrauch, steht aber wegen möglicher Zentralisierung in der Kritik. Bekannte Anwendungen sind BitShares, EOS, Steem und TRON.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia – Proof of Stake (Abschnitt Delegated Proof of Stake): de.wikipedia.org
- BitShares – Dokumentation zu DPoS: how.bitshares.works