Kurz erklärt: Coinbase Maturity ist eine Konsensregel im Bitcoin-Protokoll, nach der die in einer Coinbase-Transaktion erzeugten Coins (Block-Belohnung und Transaktionsgebühren) erst nach 100 weiteren Blöcken (Bestätigungen) ausgegeben werden können.
Definition und Zweck
Als „Coinbase Maturity“ (deutsch etwa „Reifezeit der Coinbase“) wird die im Bitcoin-Quellcode festgelegte Sperrfrist bezeichnet, die verhindert, dass frisch erzeugte Bitcoin unmittelbar weitergegeben werden. Die Konstante COINBASE_MATURITY ist auf 100 Blöcke gesetzt. Ein Miner, der einen Block findet, muss also warten, bis 100 nachfolgende Blöcke gefunden wurden, bevor er über die Belohnung verfügen kann.
Der Hauptzweck der Regel liegt im Schutz vor den Folgen von Chain-Reorganisationen (Reorgs). Wird ein zunächst gültiger Block durch eine längere konkurrierende Kette verdrängt, verfallen die darin enthaltenen Coinbase-Coins. Ohne Sperrfrist könnten diese Coins bereits weitergegeben worden sein, was zu ungültigen Folgetransaktionen und potenziellen wirtschaftlichen Störungen führen würde.
Technische Funktionsweise
Jeder Bitcoin-Block enthält als erste Transaktion die Coinbase-Transaktion, die keinen regulären Input besitzt und die Block-Belohnung neu schöpft. Beim Prüfen einer Transaktion, die einen Coinbase-Output ausgeben will, berechnet ein Node die Differenz zwischen der aktuellen Blockhöhe und der Blockhöhe, in der die Coinbase erzeugt wurde.
- Ist die Differenz kleiner als 100, wird die Transaktion als ungültig abgelehnt.
- Ab 100 Bestätigungen gilt der Output als „reif“ (mature) und ist frei verwendbar.
- Bei durchschnittlich zehn Minuten Blockzeit entspricht die Frist rund 16 bis 17 Stunden.
Die Regel ist Teil des Konsenses: Ein Block, der eine unreife Coinbase ausgibt, wird vom gesamten Netzwerk verworfen.
Verbreitung und Varianten
Die 100-Block-Regel wurde von zahlreichen Kryptowährungen übernommen, die auf dem Bitcoin-Codebase aufbauen oder Proof of Work nutzen. Litecoin verwendet ebenfalls eine Reifezeit von 100 Blöcken. Bei einigen Netzwerken weichen die Werte ab; manche Chains mit kurzer Blockzeit setzen höhere Bestätigungszahlen an, um denselben zeitlichen Schutz zu erreichen.
Für Mining-Pools und Betreiber ist die Coinbase Maturity relevant für die Buchhaltung: Ausgeschüttete Block-Erträge stehen erst nach Ablauf der Sperrfrist tatsächlich zur Weitergabe zur Verfügung, was in Pool-Auszahlungsmodellen berücksichtigt wird.
Häufige Fragen
Wie viele Bestätigungen benötigt eine Coinbase-Transaktion?
Im Bitcoin-Netzwerk sind es 100 Bestätigungen. Erst danach können die neu erzeugten Coins ausgegeben werden.
Warum existiert die Coinbase Maturity überhaupt?
Sie schützt vor Chain-Reorganisationen. Verfällt ein Block, verfallen auch seine Coinbase-Coins. Die Sperrfrist verhindert, dass solche Coins vorher weitergegeben werden.
Wie lange dauern 100 Bestätigungen zeitlich?
Bei einer durchschnittlichen Blockzeit von etwa zehn Minuten dauert es rund 16 bis 17 Stunden.
Betrifft die Regel auch die Transaktionsgebühren im Block?
Ja. Sowohl die Block-Belohnung als auch die eingesammelten Transaktionsgebühren fließen in die Coinbase-Transaktion und unterliegen derselben Reifezeit.
Gilt die Regel auch für andere Kryptowährungen?
Viele Proof-of-Work-Netzwerke haben die 100-Block-Regel übernommen, darunter Litecoin. Einzelne Chains verwenden abweichende Werte.
Zusammenfassung
Coinbase Maturity ist die Bitcoin-Konsensregel, nach der neu geschürfte Coins erst nach 100 Bestätigungen ausgegeben werden dürfen. Sie schützt das Netzwerk vor den Folgen von Chain-Reorganisationen. Zahlreiche weitere Proof-of-Work-Kryptowährungen haben das Prinzip übernommen.
Weiterführende Quellen
- Bitcoin Wiki: Controlled supply / Coinbase: en.bitcoin.it
- Bitcoin Developer Documentation: Block Chain: developer.bitcoin.org