Kurz erklärt: Cloud-Mining bezeichnet das Anmieten von Mining-Rechenleistung bei einem Dienstleister, sodass Nutzer Kryptowährungen schürfen, ohne selbst ein Mining-Rig zu besitzen oder zu betreiben. Der Anbieter stellt Hardware, Standort und Wartung bereit; der Kunde zahlt für einen Anteil der Rechenleistung und erhält im Gegenzug einen Teil der Erträge.
Grundidee
Beim klassischen Mining muss der Betreiber Hardware anschaffen, mit Strom versorgen, kühlen und warten. Cloud-Mining lagert diese Aufgaben an einen Dienstleister aus. Der Nutzer erwirbt ein Vertragspaket, das ihm eine bestimmte Hash-Rate für einen festgelegten Zeitraum zuteilt. Die geschürften Coins bzw. deren Ertragsanteil werden ihm anteilig gutgeschrieben.
Das Modell entstand mit dem Anstieg der Netzwerk-Difficulty bei Bitcoin, als privates Mining zunehmend spezialisierte Hardware und günstige Energie erforderte.
Vertragsmodelle
- Gehostetes Mining (Hosting): Der Kunde besitzt physische Hardware, die im Rechenzentrum des Anbieters betrieben wird.
- Gemietete Hash-Rate: Der Kunde mietet nur Rechenleistung, ohne einer konkreten Maschine zugeordnet zu sein.
- Virtuelles/Pool-basiertes Mining: Anteile an einer gebündelten Rechenleistung, deren Erträge nach Beitrag verteilt werden.
Technisch bündelt der Anbieter meist zahlreiche Geräte in einem Pool, dessen Kommunikation häufig über das Stratum-Protokoll läuft.
Ertrag und Kostenfaktoren
Der Nettoertrag eines Cloud-Mining-Vertrags hängt von mehreren Größen ab: dem Kurs der geschürften Kryptowährung, der Netzwerk-Difficulty, den Vertragsgebühren, den einbehaltenen Wartungs- und Stromkosten sowie der Laufzeit. Ereignisse wie ein Halving reduzieren den Block-Reward und können die Erträge deutlich mindern. Anbieter behalten üblicherweise laufende Gebühren ein, die auch dann anfallen, wenn der Ertrag den Aufwand nicht deckt.
Risiken und Kritik
Cloud-Mining gilt als intransparentes Marktsegment. Da Nutzer die Hardware nicht selbst kontrollieren, lassen sich die tatsächlich erbrachte Rechenleistung und die Ertragsberechnung oft nur schwer überprüfen. In der Vergangenheit traten wiederholt betrügerische Anbieter auf, die Merkmale von Schneeball- bzw. Ponzi-Strukturen aufwiesen und Auszahlungen aus Einlagen neuer Kunden bestritten. Verbraucherschützer und Aufsichtsbehörden weisen daher auf erhöhte Sorgfaltspflichten hin. Themen wie KYC und Herkunftsnachweise können je nach Anbieter und Rechtsraum relevant sein.
Häufige Fragen
Was ist Cloud-Mining?
Das Mieten von Mining-Rechenleistung bei einem Anbieter, ohne selbst Hardware zu besitzen oder zu betreiben.
Welche Modelle gibt es?
Gehostetes Mining mit eigener Hardware, reine Miete von Hash-Rate und Pool-basierte Anteilsmodelle.
Wovon hängt der Ertrag ab?
Von Coin-Kurs, Netzwerk-Difficulty, Vertrags- und Wartungsgebühren sowie der Laufzeit.
Welche Risiken bestehen?
Intransparenz, schwer prüfbare Leistungsangaben und in der Vergangenheit wiederholt betrügerische Anbieter mit Schneeballstruktur.
Warum nutzen Anleger Cloud-Mining?
Um ohne eigene Hardware, Stromkosten und Wartung an Mining-Erträgen teilzuhaben.
Zusammenfassung
Cloud-Mining ist das Anmieten von Mining-Rechenleistung bei einem Dienstleister, der Hardware, Strom und Wartung stellt. Der Ertrag hängt von Kurs, Difficulty, Gebühren und Laufzeit ab und kann durch Halvings sinken. Das Segment gilt als intransparent und war wiederholt Ziel betrügerischer Angebote, weshalb Sorgfalt geboten ist.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia (EN): Cloud mining: en.wikipedia.org
- Wikipedia (DE): Mining (Kryptowährung): de.wikipedia.org