Kurz erklärt:
Ein Basis Trade ist eine Handelsstrategie, bei der die Preisdifferenz („Basis“) zwischen dem Spotpreis eines Vermögenswerts und dem Preis eines zugehörigen Terminkontrakts ausgenutzt wird. Im Kryptomarkt bezieht sich der Begriff meist auf gleichzeitige Gegenpositionen in Kassa- und Derivatemärkten.
Herkunft und Begriff
Der Begriff „Basis“ stammt aus dem klassischen Warentermin- und Finanzhandel, wo er die Differenz zwischen Kassapreis (Spot) und Terminpreis (Future) bezeichnet. Basis-Trading ist an traditionellen Börsen seit Jahrzehnten etabliert. Mit der Entstehung liquider Krypto-Derivatemärkte ab etwa 2016 – insbesondere durch börsengehandelte Futures auf Bitcoin – wurde die Strategie auch auf digitale Vermögenswerte übertragen.
Die Basis kann positiv (Contango) oder negativ (Backwardation) sein. Im Kryptomarkt notieren Terminkontrakte in Aufwärtsphasen häufig über dem Spotpreis, was eine positive Basis erzeugt.
Technische Funktionsweise
Bei einem klassischen Basis Trade kauft ein Marktteilnehmer den Vermögenswert am Spotmarkt und verkauft gleichzeitig einen Terminkontrakt mit späterem Verfallsdatum (Short-Position). Liegt der Terminpreis über dem Spotpreis, wird die Differenz bis zum Verfall vereinnahmt, da beide Preise zum Fälligkeitszeitpunkt konvergieren. Diese Konstruktion ist eng mit der Cash-and-Carry-Arbitrage verwandt.
Bei Verwendung von unbefristeten Terminkontrakten (Perpetual Futures) entsteht die Rendite stattdessen über die periodische Finanzierungsrate (Funding Rate). Die Strategie gilt als marktneutral, da Kursbewegungen des Basiswerts durch die Gegenposition weitgehend ausgeglichen werden.
Risiken und Einordnung
Obwohl die Strategie als risikoarm beschrieben wird, bestehen mehrere Risiken: das Kontrahentenrisiko der jeweiligen Börse, Liquidationsrisiken bei gehebelten Positionen, Schwankungen der Finanzierungsrate sowie eine mögliche Ausweitung der Basis vor dem Verfall. In Phasen erhöhter Marktvolatilität kann sich die Basis unerwartet verändern.
Basis Trades werden vor allem von professionellen Handelsfirmen, Market Makern und Hedgefonds eingesetzt. Sie stehen in Verbindung mit weiteren Strategien wie Airdrop-Farming nur insoweit, als beide zum Bereich renditeorientierter Krypto-Strategien zählen.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Basis“ in diesem Zusammenhang?
Die Basis ist die Differenz zwischen dem Spotpreis eines Vermögenswerts und dem Preis eines zugehörigen Terminkontrakts.
Ist ein Basis Trade marktneutral?
Weitgehend ja, da die Long-Position am Spotmarkt und die Short-Position am Terminmarkt Kursbewegungen des Basiswerts gegenseitig ausgleichen.
Worin unterscheidet sich der Basis Trade von der Cash-and-Carry-Arbitrage?
Beide Konzepte sind eng verwandt; Cash-and-Carry beschreibt die konkrete Umsetzung eines Basis Trades mit gleichzeitigem Spot-Kauf und Termin-Verkauf.
Welche Rolle spielt die Finanzierungsrate?
Bei unbefristeten Terminkontrakten ersetzt die periodische Finanzierungsrate den Konvergenzeffekt und bestimmt die Rendite der Strategie.
Welche Risiken bestehen?
Zu den Risiken zählen Börsen- und Kontrahentenrisiko, Liquidationen bei Hebeleinsatz sowie Schwankungen von Basis und Finanzierungsrate.
Zusammenfassung
Der Basis Trade nutzt die Preisdifferenz zwischen Spot- und Terminmarkt aus und gilt als weitgehend marktneutrale Strategie. Im Kryptobereich wird er über auslaufende oder unbefristete Terminkontrakte umgesetzt. Trotz geringen Marktrisikos bestehen Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken.
Weiterführende Quellen
- CME Group: Understanding Basis: www.cmegroup.com
- Investopedia: Basis Trading: www.investopedia.com