Kurz erklärt:
Die Cash-and-Carry-Arbitrage ist eine marktneutrale Handelsstrategie, bei der ein Vermögenswert am Kassamarkt gekauft und gleichzeitig über einen Terminkontrakt zu einem höheren Preis verkauft wird. Der Gewinn ergibt sich aus der Konvergenz beider Preise bis zum Verfall.
Herkunft und Prinzip
Die Cash-and-Carry-Arbitrage ist eine seit langem bekannte Strategie aus dem traditionellen Finanz- und Rohstoffhandel. Der Name beschreibt das Vorgehen: Der Vermögenswert wird mit Bargeld („Cash“) gekauft und bis zum Verfall des Terminkontrakts gehalten („Carry“). Mit dem Aufkommen regulierter Krypto-Futures ab etwa 2017 wurde die Strategie im Kryptomarkt populär, insbesondere in Phasen mit hoher positiver Basis.
Technische Umsetzung
Die Umsetzung besteht aus zwei simultanen Positionen: einer Long-Position am Spotmarkt und einer betragsgleichen Short-Position in einem Terminkontrakt mit späterem Verfall. Da Spot- und Terminpreis zum Fälligkeitszeitpunkt zusammenlaufen, wird die anfängliche Differenz als Ertrag realisiert – unabhängig davon, in welche Richtung sich der Kurs des Basiswerts bewegt.
Im Kryptobereich wird die Strategie sowohl mit auslaufenden Quartals-Futures als auch mit unbefristeten Kontrakten umgesetzt, bei denen die Finanzierungsrate den Ertrag bestimmt. Der Kapitaleinsatz und die erzielbare Rendite hängen von der Höhe der Basis und den Handelskosten ab.
Risiken und Verbindungen
Die Strategie eliminiert das Richtungsrisiko des Basiswerts, jedoch nicht alle Risiken. Es bestehen Kontrahenten- und Plattformrisiken, Nachschusspflichten bei gehebelten Short-Positionen sowie das Risiko einer vorzeitigen Basisausweitung. Kommt es zu extremen Kursbewegungen, kann die Short-Position liquidiert werden, bevor die Positionen geschlossen werden.
Cash-and-Carry ist die konkrete Ausprägung eines Basis Trades. Beide Begriffe werden im Kryptomarkt häufig synonym verwendet.
Häufige Fragen
Warum heißt die Strategie „Cash-and-Carry“?
Weil der Vermögenswert mit Bargeld gekauft und bis zum Verfall des Terminkontrakts gehalten (getragen) wird.
Ist die Strategie risikofrei?
Nein. Das Richtungsrisiko entfällt, es verbleiben jedoch Kontrahenten-, Liquidations- und Basisrisiken.
Was passiert bei Verfall des Terminkontrakts?
Spot- und Terminpreis konvergieren, wodurch die anfängliche Preisdifferenz als Ertrag realisiert wird.
Unterscheidet sie sich vom Basis Trade?
Cash-and-Carry ist die praktische Umsetzung eines Basis Trades; die Begriffe werden oft gleichbedeutend genutzt.
Welche Rolle spielt die Basis?
Je höher die positive Basis, desto größer ist der potenzielle Ertrag der Strategie relativ zum Kapitaleinsatz.
Zusammenfassung
Die Cash-and-Carry-Arbitrage kombiniert einen Spot-Kauf mit einem Termin-Verkauf, um die Preisdifferenz bei Verfall zu vereinnahmen. Sie gilt als marktneutral, da das Richtungsrisiko des Basiswerts entfällt. Kontrahenten- und Liquidationsrisiken bleiben jedoch bestehen.
Weiterführende Quellen
- Investopedia: Cash-and-Carry Trade: www.investopedia.com
- CFA Institute: Arbitrage and Pricing of Futures: www.cfainstitute.org