Kurz erklärt: SegWit (englisch Segregated Witness, getrennter Zeuge) ist ein 2017 aktiviertes Protokoll-Upgrade von Bitcoin, das die Signaturdaten (Zeugendaten) aus dem Hauptteil einer Transaktion auslagert. Dadurch steigt die effektive Blockkapazität und die sogenannte Transaction Malleability wird behoben.
Hintergrund und Aktivierung
SegWit wurde als Antwort auf zwei Probleme entwickelt: die begrenzte Blockgröße von Bitcoin und die Transaction Malleability, bei der sich die Kennung (der Hash) einer Transaktion vor der Bestätigung verändern liess. Der Vorschlag (BIP 141) wurde im August 2017 als abwärtskompatibles Soft Fork aktiviert. Die Debatte um SegWit war Teil des größeren Streits um die Skalierung von Bitcoin, in dessen Verlauf auch die Abspaltung Bitcoin Cash entstand.
Technische Funktionsweise
Klassische Transaktionen enthalten Eingaben, Ausgaben und die zugehörigen Signaturen (Unlocking Scripts) in einem Block. SegWit verschiebt die Signatur- und Skriptdaten in eine separate Struktur, den Witness.
- Trennung: Der Transaktions-Hash wird nur noch aus den Kern-Daten ohne Signatur gebildet, was die Malleability beseitigt.
- Block Weight: Statt einer festen Byte-Grenze wird ein Gewichtungsmodell eingeführt; Witness-Daten werden günstiger gewichtet, wodurch mehr Transaktionen pro Block passen.
- Adressen: SegWit führte neue Adressformate ein (zunächst P2SH-verpackt, später native bech32-Adressen mit dem Präfix bc1).
Da Bitcoin auf dem UTXO-Modell beruht, betrifft die Änderung die Art, wie Ausgaben referenziert und ausgegeben werden.
Auswirkungen
SegWit erhöhte den effektiven Transaktionsdurchsatz je Block spuerbar und senkte tendenziell die Gebühren für SegWit-Nutzer, da deren Signaturdaten günstiger gewichtet werden. Die Behebung der Malleability schuf zudem die technische Grundlage für Second-Layer-Lösungen wie das Lightning Network, das auf verlässlich referenzierbare unbestätigte Transaktionen angewiesen ist. Ein späteres Upgrade (Taproot, 2021) baute auf den SegWit-Strukturen auf.
Kompatibilität und Adressierung
Als Soft Fork ist SegWit abwärtskompatibel: Nicht aktualisierte Knoten akzeptieren SegWit-Blöcke weiterhin. Nutzer erkennen SegWit an den Adressformaten; native bech32-Adressen beginnen mit bc1. Für die On-Chain-Analyse und Blockchain-Forensik sind SegWit-Transaktionen anhand ihrer Struktur und Adresstypen unterscheidbar, was etwa bei der Adress-Clusterung berücksichtigt wird.
Häufige Fragen
Was bedeutet Segregated Witness wörtlich?
Getrennter Zeuge: Die Signaturdaten (der Zeuge, der die Berechtigung nachweist) werden vom uebrigen Transaktionsinhalt getrennt und separat gespeichert.
Erhöht SegWit die Blockgröße?
Nicht direkt die feste Byte-Grenze, sondern es führt ein Gewichtungsmodell ein, in dem Witness-Daten günstiger zählen. Dadurch passen effektiv mehr Transaktionen in einen Block.
Woran erkenne ich eine SegWit-Adresse?
Native SegWit-Adressen im bech32-Format beginnen mit bc1. Daneben gibt es ältere, in P2SH verpackte SegWit-Adressen, die mit 3 beginnen.
Was ist Transaction Malleability?
Die Möglichkeit, die Transaktions-ID vor der Bestätigung zu verändern, ohne den Inhalt zu ändern. SegWit behebt dies, indem die Signatur nicht mehr in den ID-Hash einfliesst.
Warum ist SegWit für das Lightning Network wichtig?
Zahlungskanäle bauen auf unbestätigten Transaktionen auf. Ohne die durch SegWit behobene Malleability liessen sich diese nicht zuverlässig referenzieren.
Zusammenfassung
SegWit ist ein 2017 als Soft Fork aktiviertes Bitcoin-Upgrade, das Signaturdaten aus dem Transaktions-Hauptteil auslagert. Es erhöht die effektive Blockkapazität, senkt Gebühren für Nutzer und behebt die Transaction Malleability. Damit schuf SegWit die Grundlage für Second-Layer-Lösungen wie das Lightning Network sowie für spätere Upgrades wie Taproot.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: SegWit: de.wikipedia.org
- BIP 141: Segregated Witness (Consensus layer): github.com