Kurz erklärt: RandomX ist ein Proof-of-Work-Mining-Algorithmus, der 2019 eingeführt wurde und seither die Grundlage des Minings der Kryptowährung Monero (XMR) bildet. Er ist bewusst auf handelsübliche Hauptprozessoren (CPUs) ausgelegt, um spezialisierte Mining-Hardware (ASICs) unwirtschaftlich zu machen.
Herkunft und Zweck
RandomX wurde massgeblich vom Entwickler mit dem Pseudonym „tevador“ entworfen und im November 2019 im Rahmen eines Netzwerk-Upgrades von Monero aktiviert. Er löste den zuvor genutzten Algorithmus CryptoNight ab.
Das erklärte Ziel war die sogenannte ASIC-Resistenz: Anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise (ASICs) sollen gegenüber gewöhnlichen Prozessoren keinen entscheidenden Effizienzvorteil erlangen. Dahinter steht das Bestreben, das Mining möglichst breit auf viele Teilnehmer mit alltäglicher Hardware zu verteilen und eine Zentralisierung der Rechenleistung bei wenigen Hardware-Herstellern zu vermeiden.
Technische Funktionsweise
RandomX gehört zur Klasse der speicherintensiven (memory-hard) Algorithmen. Sein Kernprinzip besteht darin, zur Laufzeit zufällige Programme zu erzeugen und diese in einer virtuellen Maschine auszuführen, die dem Befehlssatz moderner CPUs nachempfunden ist.
- Zufällige Programme: Für jeden Hash wird eine Folge von Befehlen generiert, die Integer- und Gleitkomma-Operationen sowie Sprungbefehle enthält.
- Speicherbedarf: Im schnellen Modus greift der Algorithmus auf einen etwa 2 GB großen Datensatz (Dataset) zu, was hohe Anforderungen an Arbeitsspeicher und Cache stellt.
- CPU-Nähe: Da die ausgeführten Operationen genau jenen entsprechen, die General-Purpose-CPUs effizient beherrschen, haben spezialisierte Schaltungen kaum Spielraum für Optimierungen.
Diese Bauweise macht es schwierig, dedizierte Hardware zu entwickeln, die deutlich effizienter ist als eine Standard-CPU.
Verbreitung und Verbindungen
Die mit Abstand bekannteste Anwendung von RandomX ist Monero. Daneben nutzen weitere Projekte den Algorithmus oder abgewandelte Varianten, darunter einige kleinere Kryptowährungen sowie das Netzwerk Wownero.
Weil RandomX auf CPUs zugeschnitten ist, wurde er auch im Zusammenhang mit unbefugtem Mining auf fremden Rechnern (Cryptojacking) diskutiert, da nahezu jeder Computer grundsätzlich teilnehmen kann. Der Quellcode ist quelloffen und wird öffentlich gepflegt. Verwandte Konzepte sind andere ASIC-resistente Verfahren wie Equihash und KawPow, die jedoch auf Grafikprozessoren (GPUs) statt CPUs abzielen.
Häufige Fragen
Wofür wird RandomX verwendet?
RandomX ist der Proof-of-Work-Algorithmus der Kryptowährung Monero und wird zur Absicherung des Netzwerks sowie zur Ausgabe neuer Coins durch Mining eingesetzt.
Warum setzt RandomX auf CPUs statt auf ASICs?
Der Algorithmus führt zufällige, CPU-typische Programme aus und benötigt viel Arbeitsspeicher. Dadurch haben spezialisierte ASIC-Chips kaum Effizienzvorteile, was das Mining auf viele Teilnehmer verteilen soll.
Wann wurde RandomX eingeführt?
RandomX wurde im November 2019 bei Monero aktiviert und löste den vorherigen Algorithmus CryptoNight ab.
Ist RandomX ASIC-resistent?
RandomX ist darauf ausgelegt, ASIC-Mining unwirtschaftlich zu machen. Eine vollständige Garantie gibt es nicht, doch bislang gilt CPU-Mining als der praktisch dominierende Weg.
Kann RandomX für Cryptojacking missbraucht werden?
Da RandomX auf gewöhnlichen CPUs läuft, wurde er im Kontext von Schadsoftware genannt, die fremde Rechner ohne Zustimmung zum Mining nutzt (Cryptojacking).
Zusammenfassung
RandomX ist ein 2019 eingeführter, CPU-optimierter Proof-of-Work-Algorithmus, der die Grundlage des Monero-Minings bildet. Durch die Ausführung zufälliger, speicherintensiver Programme soll spezialisierte ASIC-Hardware unwirtschaftlich bleiben. Ziel ist eine breite, dezentrale Verteilung der Mining-Rechenleistung.
Weiterführende Quellen
- Monero Dokumentation: RandomX: www.getmonero.org
- RandomX GitHub-Repository (offizielle Spezifikation): github.com