Kurz erklärt: Swell (Swell Network) ist ein 2021 gegründetes, nicht-verwahrendes Protokoll auf Ethereum, das Liquid Staking und Liquid Restaking anbietet und dabei die liquiden Token swETH sowie rswETH ausgibt.
Herkunft und Einordnung
Swell Network wurde 2021 gegründet und ging nach einer Testphase im Jahr 2023 mit seinem Liquid-Staking-Produkt live. Das Protokoll ist dem Bereich des dezentralen Liquid Staking zuzuordnen, bei dem Nutzer Ether hinterlegen, ohne selbst eine Validator-Infrastruktur betreiben oder die technische Mindestmenge von 32 ETH aufbringen zu müssen.
Im Zuge der Verbreitung von EigenLayer erweiterte Swell sein Angebot 2024 um das sogenannte Liquid Restaking. Das Projekt wird von der Swell Foundation getragen; Governance-Entscheidungen sollen über den Token SWELL organisiert werden.
Funktionsweise und Token
Swell gibt zwei zentrale Wertmarken aus, die jeweils einen Anspruch auf hinterlegtes Ether samt Erträgen verbriefen:
- swETH – ein Liquid-Staking-Token, dessen Wert gegenüber ETH durch aufgelaufene Staking-Erträge steigt.
- rswETH – ein Liquid-Restaking-Token, der zusätzlich zu den Staking-Erträgen Belohnungen aus dem Restaking über EigenLayer abbilden soll.
Beide Token folgen einem Reward-Bearing-Modell: Statt neue Einheiten auszuschuetten, verändert sich das Umtauschverhältnis zu ETH. Die Token können in Sekundärmärkten und in der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi) weiterverwendet werden, während das zugrunde liegende Ether gebunden bleibt.
Restaking und Layer-2-Plaene
Beim Restaking werden bereits gestakte ETH zusätzlich zur Absicherung weiterer Dienste (Actively Validated Services, AVS) eingesetzt. Swell bündelt diese Prozesse für Endnutzer und übernimmt die Delegation an Betreiber. Über das reine Restaking hinaus kommunizierte das Projekt Plaene für eine eigene, auf Restaking ausgerichtete Layer-2-Umgebung.
Swell steht damit in direkter Verbindung zu anderen Liquid-Staking- und Restaking-Anbietern wie Lido, Rocket Pool, Kelp DAO oder StakeWise sowie zur Infrastruktur von EigenLayer, auf der ein Teil der Erträge beruht.
Risiken
Wie alle Liquid-(Re)Staking-Protokolle unterliegt Swell mehreren Risikofaktoren: Smart-Contract-Fehlern, möglichen Slashing-Strafen der Validatoren, der Preisabweichung (Depeg) der liquiden Token vom Marktwert von ETH sowie zusätzlichen Risiken durch die Verkettung mehrerer Protokolle beim Restaking. Aussagen über Erträge sind nicht garantiert und schwanken mit den Netzwerkbedingungen.
Häufige Fragen
Was ist swETH?
swETH ist der Liquid-Staking-Token von Swell. Er repräsentiert hinterlegtes Ether samt aufgelaufener Staking-Erträge und kann gehandelt oder in DeFi-Anwendungen genutzt werden, während das Ether gebunden bleibt.
Worin unterscheiden sich swETH und rswETH?
swETH bildet reines Liquid Staking ab. rswETH ist ein Liquid-Restaking-Token, der zusätzlich Belohnungen aus dem Restaking über EigenLayer einbeziehen soll und dadurch weitere Risiken trägt.
Muss man 32 ETH besitzen, um Swell zu nutzen?
Nein. Swell bündelt die Einlagen vieler Nutzer, sodass auch kleinere Beträge als 32 ETH am Staking teilnehmen können, ohne dass ein eigener Validator betrieben werden muss.
Ist Swell verwahrend?
Nein. Swell ist als nicht-verwahrendes Protokoll konzipiert; die Einlagen werden über Smart Contracts und delegierte Betreiber verwaltet, nicht durch eine zentrale Verwahrstelle.
Welche Risiken bestehen?
Smart-Contract-Fehler, Slashing der Validatoren, ein mögliches Depeg der Token gegenüber ETH sowie zusätzliche Restaking-Risiken durch die Verkettung mehrerer Protokolle.
Zusammenfassung
Swell ist ein 2021 gegründetes, nicht-verwahrendes Protokoll auf Ethereum für Liquid Staking und Liquid Restaking. Es gibt die Token swETH und rswETH aus, wobei letzterer zusätzlich Restaking-Erträge über EigenLayer abbildet. Wie bei allen derartigen Protokollen bestehen Risiken durch Smart Contracts, Slashing und Preisabweichungen.
Weiterführende Quellen
- Swell Network – Offizielle Dokumentation: docs.swellnetwork.io
- Swell Network – Website: www.swellnetwork.io