Kurz erklärt: Orderarten (englisch: Order Types) legen im Kryptohandel fest, unter welchen Bedingungen und zu welchem Kurs eine Kauf- oder Verkaufsanweisung ausgeführt wird. Zu den grundlegenden Typen zählen Market-, Limit- und Stop-Orders, aus denen sich zahlreiche Kombinationen wie Stop-Loss und Take-Profit ableiten.
Grundlegende Orderarten
Die Orderarten des Kryptohandels wurden weitgehend aus dem klassischen Börsenhandel übernommen und auf die Handelssysteme von Krypto-Handelsplätzen übertragen. Sie unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Priorität von Ausführungssicherheit gegenüber Preiskontrolle.
- Market-Order: Sofortige Ausführung zum jeweils besten verfügbaren Kurs. Die Ausführung ist sicher, der genaue Preis jedoch nicht garantiert.
- Limit-Order: Ausführung nur zu einem definierten oder besseren Kurs. Der Preis ist kontrolliert, die Ausführung jedoch nicht garantiert.
- Stop-Order: Eine ruhende Order, die erst bei Erreichen eines Auslösekurses aktiv wird und dann als Market- oder Limit-Order ausgeführt wird.
Zusammengesetzte und bedingte Orders
Aus den Grundtypen leiten sich zahlreiche kombinierte Orderarten ab, die insbesondere dem Risikomanagement dienen:
- Stop-Limit: Kombination aus Stop-Auslöser und Limit-Ausführung.
- OCO (One Cancels the Other): Zwei gekoppelte Orders, bei denen die Ausführung der einen die andere storniert; häufig zur Kopplung von Stop-Loss und Take-Profit.
- Trailing-Stop: Eine dynamische Stop-Order, deren Schwelle dem Kurs im festen Abstand folgt.
Ergänzend existieren Zeit- und Ausführungsbedingungen wie Good-Till-Cancelled (GTC), Immediate-Or-Cancel (IOC) und Fill-Or-Kill (FOK), die steuern, wie lange eine Order gültig ist oder ob sie vollständig ausgeführt werden muss.
Maker- und Taker-Orders
Krypto-Handelsplätze unterscheiden bei der Gebührenberechnung häufig zwischen Maker– und Taker-Orders. Eine Maker-Order stellt neue Liquidität in das Orderbuch ein (typischerweise eine nicht sofort ausführbare Limit-Order), während eine Taker-Order bestehende Liquidität entnimmt (typischerweise eine Market-Order).
Diese Unterscheidung ist relevant, weil Maker-Orders an vielen Handelsplätzen mit geringeren Gebühren belegt werden. Die Wahl der Orderart im Spot-Handel beeinflusst somit sowohl die Ausführung als auch die Transaktionskosten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Market- und Limit-Order?
Eine Market-Order wird sofort zum besten verfügbaren Kurs ausgeführt, ohne Preisgarantie. Eine Limit-Order wird nur zu einem festgelegten oder besseren Kurs ausgeführt, dafür ist die Ausführung nicht garantiert.
Was bedeutet OCO?
OCO steht für One Cancels the Other. Es werden zwei Orders gleichzeitig platziert; wird eine ausgeführt, storniert das System automatisch die andere. Häufig zur Kopplung von Stop-Loss und Take-Profit genutzt.
Was ist der Unterschied zwischen Maker und Taker?
Eine Maker-Order stellt Liquidität ins Orderbuch ein und wird nicht sofort ausgeführt. Eine Taker-Order entnimmt bestehende Liquidität und wird sofort ausgeführt. Maker-Orders sind oft mit geringeren Gebühren verbunden.
Was bedeuten GTC, IOC und FOK?
Es handelt sich um Gültigkeitsbedingungen: GTC (Good-Till-Cancelled) bleibt bis zur Stornierung aktiv, IOC (Immediate-Or-Cancel) führt sofort aus und storniert den Rest, FOK (Fill-Or-Kill) verlangt vollständige sofortige Ausführung.
Welche Orderart ist die einfachste?
Die Market-Order gilt als grundlegendste Orderart, da sie eine sofortige Ausführung zum aktuellen Marktpreis vorsieht, ohne dass weitere Bedingungen festgelegt werden müssen.
Zusammenfassung
Orderarten legen fest, unter welchen Bedingungen und zu welchem Kurs eine Kauf- oder Verkaufsanweisung im Kryptohandel ausgeführt wird. Grundtypen sind Market-, Limit- und Stop-Orders, aus denen sich kombinierte Formen wie Stop-Limit, OCO und Trailing-Stop ableiten. Die Wahl der Orderart beeinflusst Ausführungssicherheit, Preiskontrolle und Gebühren.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: Limit (Börse): de.wikipedia.org
- Wikipedia: Bestens- und Billigst-Order: de.wikipedia.org