Kurz erklärt: Lido DAO ist ein dezentrales Protokoll für sogenanntes Liquid Staking, das es Nutzern ermöglicht, Ethereum und andere Kryptowährungen zu staken, ohne die Mittel vollständig zu binden. Der Governance-Token trägt das Kürzel LDO.
Herkunft und Organisation
Lido wurde 2020 gegründet, kurz nachdem Ethereum mit der Umstellung auf das Proof-of-Stake-Verfahren begann. Betrieben wird das Protokoll als DAO (Decentralized Autonomous Organization), also als dezentrale autonome Organisation, deren Entscheidungen über Abstimmungen der Token-Inhaber getroffen werden.
Der Name „Lido“ steht für das Protokoll selbst, während „Lido DAO“ die Verwaltungsstruktur bezeichnet. Der Token LDO repräsentiert Stimmrechte innerhalb dieser Organisation.
Funktionsweise des Liquid Staking
Beim klassischen Ethereum-Staking müssen Teilnehmer eine feste Menge an ETH hinterlegen, die anschliessend nicht frei verfügbar ist. Lido löst diese Bindung durch Liquid Staking:
- Nutzer hinterlegen ETH im Lido-Protokoll.
- Im Gegenzug erhalten sie den Token stETH (staked ETH), der die hinterlegte Menge plus anfallende Belohnungen abbildet.
- stETH kann weiter gehandelt oder in anderen Anwendungen der dezentralen Finanzwelt (DeFi) genutzt werden.
Das eigentliche Staking wird über eine Reihe professioneller Node-Betreiber abgewickelt, wodurch die hinterlegten Mittel auf viele Validatoren verteilt werden.
Der LDO-Token
LDO ist ein Governance-Token nach dem ERC-20-Standard auf Ethereum. Er verleiht seinen Inhabern Stimmrechte bei Entscheidungen über das Protokoll, etwa bei der Auswahl von Node-Betreibern, der Höhe von Gebühren oder der Verwaltung der Kassenmittel (Treasury). LDO ist kein Anspruch auf die gestakten ETH selbst.
Einordnung und Verbindungen
Lido gehört zu den grössten Anbietern im Bereich des Ethereum-Liquid-Staking. Der Token stETH ist eng mit dem breiteren DeFi-Ökosystem verzahnt und wird häufig in Kreditprotokollen und Handelsplätzen wie Curve eingesetzt. Vergleichbare Protokolle sind unter anderem Rocket Pool und Frax mit ihren jeweiligen Staking-Angeboten. Die hohe Konzentration von Staking-Anteilen bei einzelnen Anbietern ist Gegenstand fachlicher Diskussionen über die Dezentralisierung von Ethereum.
Häufige Fragen
Was ist Lido DAO?
Lido DAO ist ein dezentral verwaltetes Protokoll für Liquid Staking, mit dem Nutzer Ethereum und andere Kryptowährungen staken und dabei einen handelbaren Ersatz-Token erhalten.
Was ist der Unterschied zwischen LDO und stETH?
LDO ist der Governance-Token für Abstimmungen über das Protokoll, während stETH die gestakten ETH samt Belohnungen abbildet und frei handelbar ist.
Seit wann existiert Lido?
Lido wurde 2020 gegründet, im Zusammenhang mit dem Übergang von Ethereum zum Proof-of-Stake-Verfahren.
Wie funktioniert Liquid Staking bei Lido?
Nutzer hinterlegen ETH und erhalten im Gegenzug stETH, das weiterhin gehandelt oder in DeFi-Anwendungen genutzt werden kann, während die ETH gestakt bleiben.
Welche Rolle spielt die DAO?
Die DAO ist die dezentrale Verwaltungsstruktur, über die LDO-Inhaber per Abstimmung über Parameter des Protokolls entscheiden.
Zusammenfassung
Lido DAO ist ein 2020 gestartetes, dezentral verwaltetes Protokoll für Liquid Staking von Ethereum und weiteren Kryptowährungen. Nutzer erhalten gegen hinterlegte ETH den handelbaren Token stETH, während der Token LDO Stimmrechte in der Organisation abbildet. Lido zählt zu den grössten Staking-Anbietern im Ethereum-Ökosystem.
Weiterführende Quellen
- Lido – Offizielle Dokumentation: docs.lido.fi
- Lido – Offizielle Website: lido.fi