Kurz erklärt: Chainlink ist ein dezentrales Oracle-Netzwerk, das Blockchains und Smart Contracts mit Daten und Systemen ausserhalb der Blockchain verbindet. Der zugehörige Token trägt das Kürzel LINK.
Herkunft und Zweck
Chainlink wurde von der Firma SmartContract (später Chainlink Labs) unter Beteiligung von Sergey Nazarov und Steve Ellis entwickelt. Ein grundlegendes Whitepaper erschien 2017; das Hauptnetz startete 2019 auf Basis von Ethereum.
Das Projekt adressiert das sogenannte Oracle-Problem: Smart Contracts können von sich aus nicht auf Informationen ausserhalb ihrer Blockchain zugreifen. Chainlink liefert solche externen Daten, etwa Preiskurse, Wetterdaten oder Ereignisergebnisse, in einer nachprüfbaren Form an die Verträge.
Funktionsweise
Chainlink besteht aus einem Netzwerk unabhängiger Datenanbieter, den sogenannten Oracle-Knoten. Um Manipulationen einzelner Quellen zu verringern, werden Daten von mehreren Knoten bezogen und aggregiert.
- Datenabruf: Ein Smart Contract fordert eine Information an.
- Aggregation: Mehrere Knoten liefern Werte, die zusammengeführt werden.
- Vergütung: Die Betreiber der Knoten werden in LINK bezahlt.
Ein weit verbreitetes Angebot sind die „Price Feeds“, die vielen DeFi-Anwendungen als Preisreferenz dienen.
Der Token LINK
LINK ist ein auf Ethereum ausgegebener Token (ursprünglich nach dem ERC-677-Standard, einer Erweiterung von ERC-20). Die Gesamtmenge ist auf 1 Milliarde Einheiten festgelegt. LINK wird verwendet, um Oracle-Betreiber für die Bereitstellung von Daten zu vergütten, und dient in bestimmten Diensten als Sicherheitshinterlegung.
Da LINK ein Token und kein eigenständiger Coin ist, läuft er auf fremden Blockchains und benötigt für Transaktionen deren Gas-Gebühren. Verwahrt wird er in kompatiblen Wallets.
Einordnung und Verbindungen
Chainlink zählt zur Kategorie der Infrastruktur-Projekte und ist nicht auf ein einzelnes Netzwerk beschränkt. Die Dienste werden auf zahlreichen Plattformen angeboten, darunter Ethereum, Polygon, Avalanche und weitere.
Mit dem Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP) hat Chainlink zudem einen Standard für die Kommunikation zwischen verschiedenen Blockchains vorgestellt. Die gelieferten Daten sind ein häufiger Baustein in Stablecoin– und DeFi-Anwendungen.
Häufige Fragen
Was ist ein Oracle im Krypto-Kontext?
Ein Oracle ist ein Dienst, der externe Informationen in eine Blockchain einspeist, damit Smart Contracts auf Daten ausserhalb der Blockchain reagieren können.
Wofür wird der LINK-Token benötigt?
LINK dient der Vergütung der Oracle-Knoten für die Bereitstellung von Daten und in manchen Diensten als Sicherheitshinterlegung.
Auf welcher Blockchain läuft Chainlink?
Chainlink startete auf Ethereum, seine Dienste sind inzwischen aber auf vielen Netzwerken wie Polygon, Avalanche und weiteren verfügbar.
Ist LINK ein Coin oder ein Token?
LINK ist ein Token, der auf fremden Blockchains ausgegeben wird, und kein eigenständiger Coin einer eigenen Blockchain.
Was sind Price Feeds?
Price Feeds sind von Chainlink bereitgestellte, aggregierte Preisdaten, die vielen dezentralen Finanzanwendungen als Referenzwert dienen.
Zusammenfassung
Chainlink ist ein 2019 gestartetes dezentrales Oracle-Netzwerk, das Smart Contracts mit externen Daten und Systemen verbindet. Es aggregiert Informationen aus mehreren unabhängigen Knoten und vergütet deren Betreiber im Token LINK. Chainlink zählt zur Krypto-Infrastruktur und ist netzwerkübergreifend im Einsatz.
Weiterführende Quellen
- Wikipedia: Chainlink: en.wikipedia.org
- Chainlink Offizielle Dokumentation: docs.chain.link