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Kurz erklärt: EIP-1559 ist eine im August 2021 aktivierte Änderung des Ethereum-Gebührenmarkts, die eine algorithmisch bestimmte Grundgebühr (Base Fee) einführte, die bei jeder Transaktion verbrannt wird, ergänzt durch ein optionales Trinkgeld (Priority Fee) an die Validatoren.

Herkunft und Einführung

Der Ethereum Improvement Proposal 1559 wurde 2019 unter anderem von Vitalik Buterin und Eric Conner vorgeschlagen. Umgesetzt wurde er am 5. August 2021 im Rahmen des London-Hardforks. Ziel war es, den bis dahin genutzten reinen Auktionsmarkt (First-Price-Auction) zu ersetzen, bei dem Nutzer ihre Gebühren blind gegeneinander boten und häufig zu viel bezahlten.

Vor EIP-1559 mussten Sender einen einzigen Gaspreis angeben; Miner wählten bevorzugt die höchstbietenden Transaktionen. Das führte zu stark schwankenden, schwer vorhersehbaren Kosten. EIP-1559 sollte die Preisfindung berechenbarer machen.

Funktionsweise der Base Fee

Die Base Fee ist eine protokollseitig berechnete Mindestgebühr pro Gaseinheit, die für alle Transaktionen eines Blocks gilt. Sie passt sich automatisch an die Netzwerkauslastung an:

  • Jeder Block hat ein Gasziel (Target) von etwa 15 Millionen Gas und ein Maximum von rund 30 Millionen Gas.
  • Ist ein Block stärker als das Ziel gefüllt, steigt die Base Fee für den nächsten Block um bis zu 12,5 Prozent.
  • Ist er weniger ausgelastet, sinkt sie entsprechend.

Nutzer legen zusätzlich eine maximale Gebühr (Max Fee) und ein Trinkgeld (Max Priority Fee) fest. Die tatsächlich gezahlte Priority Fee geht an den Validator als Anreiz, die Transaktion aufzunehmen. Die Base Fee dagegen wird nicht ausgezahlt.

Verbrennung und Auswirkungen

Das zentrale Merkmal von EIP-1559 ist, dass die Base Fee dauerhaft aus dem Umlauf entfernt („verbrannt“) wird. Bei hoher Netzwerkaktivität kann dadurch mehr Ether vernichtet als neu ausgegeben werden, was das Angebot temporär oder dauerhaft reduziert. In Kombination mit dem späteren Übergang zu Proof-of-Stake (The Merge, 2022) trug dies zur Diskussion um Ether als potenziell deflationäres Gut bei.

Für Miner – und nach dem Merge für Validatoren – bedeutete EIP-1559 eine Umverteilung der Einnahmen: Statt der vollen Transaktionsgebühr erhalten sie nur noch das Trinkgeld sowie mögliche Zusatzeinnahmen aus der Blockreihenfolge (MEV). Die Änderung war entsprechend umstritten. Nutzer profitieren im Gegenzug von besser vorhersehbaren Gebühren.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Base Fee und Priority Fee?

Die Base Fee ist die algorithmisch festgelegte Grundgebühr, die verbrannt wird. Die Priority Fee ist ein freiwilliges Trinkgeld, das direkt an den Validator geht, um die Transaktion bevorzugt aufzunehmen.

Warum wird die Base Fee verbrannt?

Das Verbrennen verhindert, dass Validatoren einen Anreiz haben, die Base Fee künstlich hochzutreiben, und reduziert zugleich das Ether-Angebot. Es entkoppelt die Gebührenhöhe von den Einnahmen der Block-Produzenten.

Wann wurde EIP-1559 aktiviert?

EIP-1559 wurde am 5. August 2021 mit dem London-Hardfork auf dem Ethereum-Mainnet aktiviert.

Macht EIP-1559 Transaktionen billiger?

Nicht zwangsläufig. EIP-1559 macht Gebühren vor allem berechenbarer, nicht grundsätzlich günstiger. Bei starker Nachfrage kann die Base Fee weiterhin deutlich steigen.

Wie schnell ändert sich die Base Fee?

Sie wird pro Block neu berechnet und kann sich von Block zu Block um maximal 12,5 Prozent nach oben oder unten verändern, abhängig von der Auslastung des vorherigen Blocks.

Zusammenfassung

EIP-1559 reformierte im August 2021 den Ethereum-Gebührenmarkt und führte die Base Fee ein – eine protokollseitig berechnete Grundgebühr, die sich an der Netzauslastung orientiert und bei jeder Transaktion verbrannt wird. Ergänzt wird sie durch ein optionales Trinkgeld an die Block-Produzenten. Die Neuerung machte Gebühren berechenbarer und reduziert das Ether-Angebot.

Weiterführende Quellen

Fachlich verantwortet von David Lüdtke, Finanz Forensik GmbH. Stand: 2026-08-11. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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