Kurz erklärt:
Ein Approval-Drainer ist eine Betrugsmasche, bei der Angreifer eine vom Opfer erteilte Token-Freigabe (Approval) missbrauchen, um Guthaben aus dessen Wallet abzuziehen. Die eigentliche Übertragung erfolgt später durch den Angreifer, ohne dass eine erneute Bestätigung des Opfers nötig ist.
Herkunft und Einordnung
Approval-Drainer traten mit der Verbreitung von DeFi-Anwendungen und der ERC-20-Freigabefunktion in Erscheinung. Das Muster verbreitete sich verstärkt ab etwa 2021 als Bestandteil sogenannter Wallet-Drainer, kommerziell angebotener Baukaesten für betrügerische Webseiten. Grundlage ist die legitime Funktion von Token-Standards, Drittanwendungen die Verfügung über Guthaben zu erlauben.
Technische Funktionsweise
Beim ERC-20-Standard erteilt ein Nutzer mit der Funktion approve einem Vertrag oder einer Adresse das Recht, bis zu einem bestimmten Betrag über seine Token zu verfügen. Angreifer bringen das Opfer über täuschende Webseiten dazu, eine solche Freigabe zu erteilen, häufig über unbegrenzte Beträge. Anschliessend nutzt der Angreifer die Funktion transferFrom, um die Token zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt abzuziehen. Bei Standards mit Signaturfreigaben (etwa Permit) kann bereits eine Unterschrift ohne eigene Transaktion ausreichen.
Verbreitungswege
Die Freigabe wird meist über Phishing-Seiten erschlichen, die sich als bekannte Dienste, Airdrops oder Support-Portale ausgeben. Die schädliche Aktion ist in der Bestätigungsanfrage oft als harmlose Interaktion getarnt. Da die eigentliche Abbuchung zeitversetzt erfolgt, fällt der Zusammenhang zwischen erteilter Freigabe und späterem Verlust den Betroffenen häufig nicht sofort auf.
Erkennung und Schutz
Erteilte Freigaben lassen sich über Block-Explorer und spezielle Werkzeuge einsehen und widerrufen. Empfohlen wird, Freigaben auf den benötigten Betrag zu begrenzen statt unbegrenzt zu erteilen, unbenutzte Freigaben regelmäßig zu entziehen und Bestätigungsanfragen sorgfältig zu prüfen. Die Nutzung getrennter Wallets für unbekannte Anwendungen sowie Hardware-Wallets senkt das Risiko zusätzlich.
Häufige Fragen
Was genau ist eine Token-Freigabe?
Eine Freigabe erlaubt einem Vertrag oder einer Adresse, bis zu einem bestimmten Betrag über Ihre Token zu verfügen. Sie ist eine legitime Grundfunktion vieler Token-Standards und Voraussetzung für viele DeFi-Anwendungen.
Warum verliere ich Guthaben erst später?
Die Freigabe erteilt nur das Recht zur Verfügung. Die tatsächliche Übertragung führt der Angreifer zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt selbst aus, weshalb Ursache und Verlust zeitlich auseinanderfallen können.
Wie kann ich erteilte Freigaben widerrufen?
Über Block-Explorer und spezialisierte Werkzeuge lassen sich bestehende Freigaben einsehen und durch eine Widerrufstransaktion auf null zurücksetzen. Danach kann die betreffende Adresse nicht mehr verfügen.
Was ist an unbegrenzten Freigaben riskant?
Eine unbegrenzte Freigabe erlaubt den Zugriff auf den gesamten aktuellen und kuenftigen Bestand des jeweiligen Tokens. Wird sie missbraucht, kann das gesamte Guthaben dieses Tokens abgezogen werden.
Schützt eine Hardware-Wallet vor Approval-Drainern?
Sie schützt den privaten Schlüssel, verhindert aber nicht, dass ein Nutzer selbst eine schädliche Freigabe bestätigt. Wichtig bleibt, jede Bestätigungsanfrage genau zu prüfen.
Zusammenfassung
Ein Approval-Drainer missbraucht die legitime Token-Freigabefunktion, um nach erteilter Freigabe Guthaben zeitversetzt aus der Wallet abzuziehen. Die Freigabe wird meist über Phishing-Seiten erschlichen, oft als unbegrenzter Betrag. Schutz bieten begrenzte Freigaben, regelmäßiges Widerrufen unbenutzter Freigaben und die sorgfältige Prüfung jeder Bestätigung.
Weiterführende Quellen
- MetaMask: Token Allowance und Approvals: support.metamask.io
- EIP-20: Token Standard (approve/transferFrom): eips.ethereum.org