Kurz erklärt: Phoenix ist eine nicht-verwahrende Wallet, die ausschliesslich auf das Lightning-Netzwerk ausgerichtet ist. Sie wird vom französischen Unternehmen ACINQ entwickelt, einem der Kernentwickler der Lightning-Technologie.
Herkunft und Entwickler
Phoenix wird von ACINQ herausgegeben, einem Unternehmen, das auch die Lightning-Implementierung eclair und die mobile Bibliothek lightning-kmp entwickelt. Die erste Version erschien um 2019. Phoenix ist für Android und iOS verfügbar und gilt als eine der bekanntesten reinen Lightning-Wallets.
Als selbstverwahrende Wallet hält Phoenix die privaten Schlüssel auf dem Gerät des Nutzers. ACINQ hat keinen Zugriff auf die Guthaben, betreibt jedoch den zugehörigen Lightning Service Provider (LSP).
Technische Funktionsweise
Phoenix betreibt einen leichtgewichtigen Lightning-Knoten direkt auf dem Smartphone. Die Kanalverwaltung erfolgt weitgehend automatisch:
- Automatische Kanalöffnung: Beim ersten Zahlungseingang wird bei Bedarf ein Zahlungskanal zum LSP von ACINQ erstellt.
- Splicing: Kapazität kann in bestehende Kanäle hinein- oder herausgeschoben werden, ohne den Kanal zu schliessen.
- Trampoline-Routing: Die Wegfindung im Netzwerk wird teilweise ausgelagert, um Ressourcen auf dem Gerät zu sparen.
- Bolt11 und Bolt12: Neben klassischen Rechnungen unterstützt Phoenix wiederverwendbare Zahlungsangebote (Offers) nach dem Bolt12-Standard.
Für die Bereitstellung von Liquidität und die Kanalöffnung erhebt der LSP Servicegebühren.
Nutzung und Verfügbarkeit
Phoenix ist auf einfache Bedienung ausgelegt: Nutzer können sofort Zahlungen empfangen und senden, ohne sich mit Kanälen oder Routing zu befassen. Die Wiederherstellung erfolgt über eine klassische Seedphrase.
2024 zog ACINQ Phoenix aus dem US-amerikanischen App-Angebot zurück und verwies dabei auf regulatorische Unsicherheiten in den USA. In anderen Regionen blieb die Wallet verfügbar. Phoenix wird häufig zusammen mit Wallets wie Breez und Muun als selbstverwahrende Lightning-Lösung diskutiert.
Häufige Fragen
Wer entwickelt Phoenix?
Phoenix wird vom französischen Unternehmen ACINQ entwickelt, das auch die Lightning-Implementierung eclair betreibt.
Ist Phoenix verwahrend oder selbstverwahrend?
Phoenix ist selbstverwahrend. Die privaten Schlüssel liegen auf dem Gerät, ACINQ hat keinen Zugriff auf die Guthaben.
Unterstützt Phoenix Bolt12?
Ja, Phoenix unterstützt neben klassischen Bolt11-Rechnungen auch die wiederverwendbaren Zahlungsangebote (Offers) nach dem Bolt12-Standard.
Warum ist Phoenix in den USA nicht mehr verfügbar?
ACINQ zog Phoenix 2024 aus dem US-Markt zurück und begründete dies mit regulatorischer Unsicherheit in den Vereinigten Staaten.
Fallen bei Phoenix Gebühren an?
Ja, für die Kanalöffnung und Liquiditätsbereitstellung durch den Lightning Service Provider von ACINQ fallen Servicegebühren an.
Zusammenfassung
Phoenix ist eine selbstverwahrende, reine Lightning-Wallet von ACINQ mit automatischer Kanalverwaltung, Splicing, Trampoline-Routing und Bolt12-Unterstützung. 2024 zog ACINQ die App aus dem US-Markt zurück; in anderen Regionen bleibt sie verfügbar.
Weiterführende Quellen
- Phoenix Wallet offizielle Seite: phoenix.acinq.co
- ACINQ Unternehmensseite: acinq.co