Wichtiger Hinweis: Vorsicht vor der gefälschten Website finanzforensik.com — offiziell nur unter finanz-forensik.de. Eingetragen beim Amtsgericht Hanau, HRB 100521.

Mining & Hardware

Kurz erklärt: Selfish Mining (deutsch etwa „egoistisches Schürfen“) bezeichnet eine strategische Abweichung vom vorgesehenen Verhalten im Proof-of-Work, bei der ein Miner oder Pool gefundene Blöcke gezielt zurückhält, statt sie sofort zu veröffentlichen.

Herkunft und Grundidee

Die Strategie wurde 2013 von Ittay Eyal und Emin Gün Sirer in der Arbeit „Majority is not Enough: Bitcoin Mining is Vulnerable“ formell beschrieben. Sie zeigt, dass der Nakamoto-Konsens nicht vollständig anreizkompatibel ist: Unter bestimmten Bedingungen kann ein Miner mit weniger als 50 % der Hashrate einen überproportionalen Anteil der Blockbelohnungen erhalten.

Kern der Idee ist, dass der egoistische Miner eine private, verdeckte Kette aufbaut und diese nur gezielt veröffentlicht, um die Arbeit ehrlicher Miner zu entwerten.

Ablauf der Strategie

Vereinfacht läuft Selfish Mining wie folgt ab:

  • Findet der egoistische Miner einen Block, behält er ihn zunächst geheim und schürft privat weiter.
  • Veröffentlicht das übrige Netzwerk einen konkurrierenden Block, gibt der egoistische Miner seinen zuvor gefundenen Block frei, um einen Wettlauf zu erzwingen oder die längere private Kette durchzusetzen.
  • Ehrliche Miner verschwenden dadurch Rechenleistung an einer Kette, die verworfen wird (sogenannte verwaiste Blöcke).

Der Erfolg hängt vom Hashrate-Anteil des Angreifers und davon ab, wie schnell sich seine Blöcke im Netzwerk verbreiten. Modelle nennen häufig Schwellenwerte im Bereich von etwa 25 bis 33 %, ab denen sich die Strategie lohnen kann.

Bewertung und Gegenmassnahmen

Selfish Mining gilt als theoretisch belegte Schwachstelle, deren praktische Bedeutung umstritten ist. Ein solcher Angriff wäre öffentlich an ungewöhnlich vielen verwaisten Blöcken erkennbar und könnte das Vertrauen in den betreffenden Coin und damit dessen Wert beschädigen, was den Anreiz mindert.

Diskutierte Gegenmassnahmen umfassen angepasste Regeln zur Auflösung von Ketten-Verzweigungen (etwa zufällige Tie-Breaking-Regeln) sowie eine bessere Netzwerktopologie. Selfish Mining wird in der Forschung häufig gemeinsam mit dem 51-Prozent-Angriff als Klasse strategischer Mining-Angriffe behandelt.

Häufige Fragen

Wer hat Selfish Mining beschrieben?

Ittay Eyal und Emin Gün Sirer veröffentlichten 2013 die grundlegende Analyse und zeigten, dass Proof-of-Work nicht vollständig anreizkompatibel ist.

Braucht man dafür eine Mehrheit der Hashrate?

Nein, das ist gerade der Kernbefund. Bereits mit einem Anteil deutlich unter 50 % kann sich die Strategie unter bestimmten Bedingungen lohnen.

Wie funktioniert der Angriff grob?

Der Miner hält gefundene Blöcke geheim und veröffentlicht sie strategisch, um die Arbeit ehrlicher Miner zu entwerten und einen überproportionalen Belohnungsanteil zu erhalten.

Wurde Selfish Mining je nachgewiesen?

Ein eindeutiger, großflächiger Einsatz in großen Netzwerken ist nicht klar belegt. Die Schwachstelle ist vor allem theoretisch und in Simulationen dokumentiert.

Was macht die Strategie riskant für den Angreifer?

Sie ist an auffällig vielen verwaisten Blöcken erkennbar und kann Vertrauen und Kurs des Coins schädigen, was den eigenen Ertrag entwertet.

Zusammenfassung

Selfish Mining ist eine 2013 formalisierte Strategie, bei der ein Miner Blöcke zurückhält und gezielt veröffentlicht, um einen überproportionalen Belohnungsanteil zu erzielen. Sie zeigt, dass Proof-of-Work nicht vollständig anreizkompatibel ist, bereits unterhalb der Mehrheit wirken kann und durch verwaiste Blöcke erkennbar wäre.

Weiterführende Quellen

Fachlich verantwortet von David Lüdtke, Finanz Forensik GmbH. Stand: 2026-08-11. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Offizieller Hinweis der Finanz Forensik GmbH

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Website finanzforensik.com in keiner geschäftlichen oder rechtlichen Verbindung zu unserem Unternehmen steht. Offiziell erreichen Sie uns ausschließlich unter finanz-forensik.de.

Wir haben bereits Strafanzeige erstattet und den Vorgang den zuständigen Behörden vorgelegt. Wer wir sind, können Sie jederzeit unabhängig überprüfen: Die Finanz Forensik GmbH ist beim Amtsgericht Hanau unter HRB 100521 eingetragen.

Den vollständigen Handelsregisterauszug sowie unsere ausführliche Dokumentation des Vorgangs stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.